Frauenpower im SHK-Handwerk: Zwischen Lehramt und Leitungsrolle

Shownotes

In der ersten Folge des Podcasts „Frauen im Handwerk“ spricht Katrin Drogatz-Krämer, Fachredakteurin der SBZ – Das SHK-Magazin, mit Antonella Menrath, Meisterin im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk und erfolgreiche Influencerin.

Antonellas Weg ins Handwerk ist alles andere als klassisch: Nach einem Lehramtsstudium entschied sie sich bewusst für das SHK-Handwerk und legte ihre Meisterprüfung als Jahrgangsbeste ab. Heute begeistert sie mit ihrer Leidenschaft für Technik, Praxis und moderne Handwerkskultur tausende Menschen auf Instagram.

Im Gespräch erzählt Antonella, • warum sie dem Lehramt den Rücken gekehrt hat • was sie am SHK-Handwerk bis heute fasziniert • wie sie sich als Frau im Handwerk positioniert • und warum Social Media für das Handwerk eine echte Chance ist

Eine Folge über Mut zur Veränderung, neue Rollenbilder und echte Frauenpower im SHK-Handwerk.

Jetzt reinhören und inspirieren lassen!

Transkript anzeigen

00:00:07: Weil ich gesehen habe, es machen noch andere Frauen und habe mich dann dazu entschlossen, die Ausbildung zu machen.

00:00:14: Willkommen zu Frauen im Handwerk, dem Podcast der SPZ.

00:00:18: Wir sprechen mit Frauen, die im Sanitär, Heizungs- und Klimahandwerk nicht nur mit anpacken, sondern auch die Branche prägen.

00:00:26: Es geht um Macherinnen und moderne Wege im Handwerk.

00:00:29: Wir schauen hinter die Kulissen eines Gewerks, das im Wandel ist und hören denen zu, die es mitgestalten.

00:00:34: Mein Name ist Katrin Drogatz-Kremer, ich bin Fachredakteurin der SPZ, das SRK-Magazin und ich spreche heute mit einer Frau, die zwischen zwei sehr unterschiedlichen Arbeitswelten lebt.

00:00:46: Sie studierte Lehramt und absolvierte im Juni als Jahrgangsbeste ihre Meisterprüfung im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk.

00:00:55: Sie ist sechsundzwanzig Jahre alt, arbeitet im Betrieb ihrer Eltern, der Friedrich Morsch GmbH, Sanitärheizungs- und Klimainstallation In Plankstädt in Baden.

00:01:06: Sie ist Influencerin und begeistert auf Instagram tausende Menschen fürs Handwerk.

00:01:11: Herzlich willkommen, Antonila Mennrad.

00:01:13: Vielen Dank.

00:01:15: Lieber Antonila, vorher wischen werde ich normalerweise auf der Baustelle oder am Schreibtisch.

00:01:20: Tatsächlich unterschiedlich, beides kann mal der Fall sein, aber aktuell wirklich mehr am Schreibtisch.

00:01:26: Ich bin inzwischen in der Projektleitung und Plane und mannete die Baustellen ein bisschen vom Schreibtisch aus, aber natürlich auch immer wieder auf den Baustellen vor Ort, in den Bausitzungen oder natürlich auch mal mit den Monteuren, um etwas abzuklären.

00:01:41: Okay, du hast Romanistik und Wirtschaft auf Lehr anstudiert.

00:01:46: Wann kam der Moment, an dem du gemerkt hast, ich will ins Handwerk?

00:01:50: Das ist mein Weg.

00:01:52: Das kam tatsächlich gegen Ende des Studiums, bedingt leider auch durch Corona.

00:01:57: Wir waren viel im Homeoffice, die Vorlesungen waren nicht mehr in Präsenz, sondern zu Hause am Schreibtisch.

00:02:03: Und da habe ich gemerkt, Mensch, dass zu Hause sein, alles nur in der Theorie, ohne Praxisbezug, das ist nicht das Richtige für mich.

00:02:11: Und letztendlich ist ein Studium einfach sehr theoretisch.

00:02:15: Und das ist das, was ich sehr schade fand und was mir gefehlt hat.

00:02:19: Und Corona bedingt musste ich dann... Pausieren, habe den Bachelor noch abgeschlossen, konnte nicht direkt in den Master starten.

00:02:25: und da war so ein bisschen der Wendepunkt, wo ich mir gedacht habe, Mensch, was kann ich ändern und wo kann ich vielleicht diese Zeit, die so ungewiss war, überbrücken und bin dann als ja Aushälferin, sage ich jetzt mal, im elterlichen Betrieb gelandet.

00:02:39: Dort konnten wir weiterarbeiten.

00:02:41: Wir hatten natürlich als Systemrelevanter Betrieb keine Kurzarbeit und bin dann in den Mittagspausen manchmal zu den Eltern in die Firma gefahren, um die Mittagspause zu verbringen, einfach mal wieder Menschen zu sehen und bin dann tatsächlich da geblieben.

00:02:55: Wie war es für dich als Akademikerin in die Werkstatt zu kommen, quasi als Quereinsteigerin in die Welt der Rohrerheizung Werkzeuge?

00:03:04: Tatsächlich am Anfang total ungewohnt.

00:03:06: Ich saß ja, wie gesagt, vor allem am Schreibtisch, habe mich mit vielen Lehrbüchern beschäftigt, hat den ganzen Tag meistens gelesen oder recherchiert, irgendwelche Facharbeiten geschrieben und jetzt mal mit Material zu tun zu haben, was man wirklich anfassen kann, was man benutzen kann.

00:03:22: Das war für mich erst mal ein total großer... Unterschied und auch ein Wandel.

00:03:25: Und ich musste mich daran auch erst gewöhnen, nicht mehr den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen.

00:03:30: Und ich muss sagen, in den ersten Wochen war es auch hart, die Umstellung mal draußen zu sein, zu arbeiten, acht Stunden am Stück.

00:03:36: Das war schon am Anfang, sag ich jetzt mal, ein kompletter Wandel, den ich durchmachen musste.

00:03:42: Aber ich habe es dann keine Sekunde bereut.

00:03:45: Und kannst du dich noch an deinen allerersten Tag auf der Baustelle erinnern?

00:03:49: Also, wie hat sich das angefühlt und was ging dir durch den Kopf?

00:03:52: Ja, ich kann mich tatsächlich noch... sehr genau erinnern.

00:03:55: Ich bin direkt auf die Baustelle gefahren.

00:03:57: Mein Vater hat mir dann die Adresse gegeben und hat gesagt, fahr mal hin, der Montage ist vor Ort, meldest dich einfach bei ihm und man ist natürlich super unsicher.

00:04:05: Hat dann natürlich als einzige Frau dann da erstmal vorbeigeschaut und gedacht, wo muss ich überhaupt hin?

00:04:10: Das war natürlich ein ganz, ganz aufregender Tag.

00:04:12: Aber ich wurde direkt mit eingebunden, natürlich von unseren Mitarbeitern super toll aufgenommen und man wurde natürlich direkt in die erste Arbeit geschmissen und gesagt, jetzt machen wir direkt mal irgendwie was Spannendes und pressen mal direkt Rohre.

00:04:26: Hast du das schon mal gemacht?

00:04:27: Natürlich nicht als erster Tag und das war super spannend und ich erinnere mich da sehr gerne daran.

00:04:32: Aber es war auch direkt eine große Baustelle, direkt in Richtung Winter.

00:04:36: Ich habe ja im September die Ausbildung angefangen.

00:04:39: Das heißt, war schon wieder recht frisch den ganzen Tag draußen gewesen und ich weiß, ich bin fix und fertig nach Hause gekommen.

00:04:46: Und du warst die einzige Frau in deinem Ausbildungsjahrgang.

00:04:52: Wie war das damals für dich in der Berufsschule und auch im Alltag?

00:04:57: Also ich hatte tatsächlich damit gerechnet, dass ich die einzige sein werde, weil es letztendlich immer noch eine Seltenheit ist und das ist sehr schade.

00:05:04: Deswegen setze ich mich da ja auch sehr dafür ein, dass wir mehr Frauen im Handwerk haben.

00:05:10: Aber es war für mich dann trotzdem kein Problem.

00:05:12: Ich habe mich super integriert gefühlt.

00:05:14: Ich hatte super Glück mit meiner Klasse.

00:05:16: Ich habe da sehr, sehr gute Freunde gefunden und mit denen habe ich tatsächlich immer noch Kontakt, also mit zwei, die mit mir den Abschluss gemacht haben.

00:05:24: Und ich hatte da wirklich eine super schöne Klasse, die mich aufgenommen hat.

00:05:28: Und ich sage mal so, es war auch manchmal ganz angenehm, mit nur Männern zusammenzuarbeiten.

00:05:34: Okay.

00:05:36: Und gab es eine Situation, in der du dich besonders beweisen musstest oder in der du gespürt hast, ich werde anders wahrgenommen?

00:05:46: Ja, ich glaube, gerade am Anfang war das der Fall.

00:05:48: Letztendlich natürlich als Tochter des Chefs muss man sich, glaube ich, noch mal ganz anders beweisen.

00:05:53: und dann noch dazu eine Frau im Handwerk.

00:05:56: Sowohl intern im Betrieb waren, glaube ich, die Mitarbeiter etwas misstrauisch am Anfang, weil sie mich nicht so wirklich einschätzen konnten, bis hin dann auch zum Kunden vor Ort, der natürlich erstmal überrascht ist und sich denkt, eine Frau als Handwerkerin hatte ich jetzt auch noch nicht.

00:06:10: Und da muss man sich am Anfang natürlich ein bisschen mehr beweisen.

00:06:15: machen als vielleicht der andere Azubi, der weder Verwandtschaftsverhältnisse hat, noch eine Frau ist.

00:06:21: Und das ist natürlich am Anfang sehr, sehr schwierig.

00:06:23: Es ist eine neue Umgebung und dann muss man on top einfach noch mal mehr leisten.

00:06:27: Aber da wächst man rein und ich glaube, nach den ersten paar Tagen, wo man sich reinhängt, sehen die Mitarbeiter auch, hey, die ist sich auch nicht zu schade, mal in den Schacht zu krabbeln.

00:06:36: Und ich glaube, dann hat man direkt den Respekt verdient.

00:06:39: Dein Instagram-Kanal, die Installatüren, habe ich mir angeguckt, zeigt einen modernen kreatives Handwerk.

00:06:46: Was ist dir besonders wichtig an dem, was du dort teilst?

00:06:50: Ich möchte vor allem zeigen, dass wir Frauen im Handwerk nicht nur eine von wenigen sind, sondern dass wir irgendwie ganz viele sein können.

00:06:58: Und dass es genug Platz gibt für alle in diesem Handwerk.

00:07:01: Und ich bin mir sicher, dass wir Frauen diesen Beruf genauso ausüben können.

00:07:05: Und vielleicht manchmal sogar auch ein Ticken besser als die Männer.

00:07:08: Und ich glaube, gerade für filigrane Arbeiten, oder auch mit der Arbeit mit Kunden, haben wir manchmal ein ganz besonderes Gespür.

00:07:15: ist bei Weitem nicht mehr so.

00:07:18: Typisch mit Vorurteilen, wie man sich das vorstellt und den ganzen Tag auf der Großbaustelle im Dreck.

00:07:23: Nein, wir haben inzwischen sehr viele filigrane Arbeiten, alles wird technischer.

00:07:27: Und ich glaube, das ist einfach das, was ich zeigen möchte.

00:07:30: Der Beruf ist modern, der Beruf ist im Wandel, der Beruf bedeutet Klimaschutz.

00:07:34: Und ich glaube, es gibt kein relevanteres Thema.

00:07:37: Und ich glaube, da dürfen wir dann die Frauen nicht ausschließen.

00:07:39: und all das möchte ich verbinden auf Instagram.

00:07:41: Wie

00:07:42: bist du dazu gekommen, auf Social Media so aktiv zu werden?

00:07:45: Du produzierst unglaublich viel Content.

00:07:47: Wie bringst du das im Alltag unter?

00:07:49: Ja, das ist eine gute Frage.

00:07:51: Tatsächlich frisst Instagram und auch Social Media unglaublich viel Zeit hinter dem Content.

00:07:55: Steckt sehr, sehr viel Arbeit, was man meistens von außen gar nicht so wahrnimmt oder auch ja sieht.

00:08:01: Aber umso mehr freue ich mich eben, wenn ich Content produziere und damit viele Menschen erreiche.

00:08:06: Begonnen habe ich das ganze Jahr.

00:08:09: Ich war dort auf einer S.H.K.-Messe und dort wurde ich dann immer mal wieder angesprochen an Ständen.

00:08:16: eine Frau hier, wie verschlägt es dich hier zu dieser Messe?

00:08:19: Und dann habe ich eben erzählt, ich habe jetzt die Ausbildung begonnen oder war damals schon im zweiten Lehrjahr.

00:08:23: Und dann haben eben viele danach gefragt, Mensch, cool, zeig mal, hast du schon was gebaut oder was baut ihr aktuell so für B?

00:08:31: Da hast du schon mal vorher nahe Fotos und habt das dann immer mal wieder gezeigt und dachte mir, Mensch, irgendwie ist da das Interesse da?

00:08:38: Die Leute möchten irgendwelche Bilder und Videos sehen und fragen mich Tipp nach Tipps und Tricks.

00:08:44: Und dann habe ich angefangen.

00:08:45: auch mal das ein oder andere Handwerksbild auf meinem damals noch privaten Instagram-Profi zu posten, aber hab dann gedacht, irgendwie zwischen Urlaubsfotos passt das dann doch nicht so wirklich und hab mich dann dazu entschieden einen eigenen Account dafür zu erstellen, um eben dort wirklich auch nur das Handwerk zu präsentieren.

00:09:04: Ja, ich hab's gesehen und hab geschaut, ganz neugierig.

00:09:09: Genau, in Bezug auf Follower.

00:09:12: Gibt es eine Geschichte oder eine Nachricht, die dir ganz besonders im Sinn geblieben ist, die dich... berührt hat.

00:09:20: Da gibt es einige.

00:09:21: Also gerade am Anfang, wenn man noch vielleicht auch noch nicht so groß ist, gibt es trotzdem immer viele, die einem folgen und da entstehen ganz, ganz schöne Geschichten, Kontakte und auch inzwischen Freundschaften.

00:09:31: Und es gab durchaus mehrere Nachrichten, die mich bewegt haben.

00:09:35: Meistens von Mädels, die mir dann geschrieben haben und gesagt haben, hey, ich wollte auch die Ausbildung beginnen.

00:09:40: Ich war mir aber unsicher und hatte ein bisschen Angst und ja, wusste nicht, ob das das Richtige für mich ist und habe jetzt aber durch dich irgendwie gesehen, dass es doch das Richtige sein kann.

00:09:50: Oder ich war dadurch mutig und habe mich getraut, andere Frauen und habe mich dann dazu entschlossen, die Ausbildung zu machen.

00:09:56: Davon gab es bestimmt vier, fünf Nachrichten.

00:09:59: Und genau das ist das, was mich auf Instagram ja bewegt, um einfach diese Kontakte zu knüpfen und zu sehen, ja, man kann was erreichen.

00:10:07: Und wenn es nur eine einzige Frau da draußen gibt, die sich dafür entschieden hat, den Beruf wirklich zu erlernen, weil ich irgendein Foto und Video gezeigt habe, dann war es das auf jeden Fall wert.

00:10:17: Ich möchte gerne mal ein Gedanke-Sprung machen, und zwar zur Baustellen-Realität.

00:10:22: Du hast mal gesagt, dass das Thema Toiletten für Frauen auf Baustellen ein ganz spezielles ist.

00:10:27: Magst du mal berichten?

00:10:30: Ja, gerne.

00:10:31: Also das ist natürlich wirklich ein Punkt, der im Alltag nicht ganz so leicht umzusetzen ist.

00:10:37: Auf den großen Baustellen, die wir inzwischen auch haben, ist es tatsächlich sehr positiv umgesetzt.

00:10:42: Meistens gibt es getrennte Herren und Damentoiletten.

00:10:46: Und das Schöne ist dann immer, wenn die Damentoiletten extra abgeschlossen werden.

00:10:49: Das heißt, wir Mädels haben dann immer einen eigenen Schlüssel.

00:10:51: Das heißt, sie bleiben sauber und werden von uns gepflegt.

00:10:54: Das ist natürlich die beste Variante, aber es gibt natürlich auch das negative.

00:10:59: Beispiel dazu.

00:11:00: Auf vielen Baustellen gibt es keine Toiletten schon gar nicht getrennt nach Geschlechter und oft natürlich nur das Dixie-Clo.

00:11:06: Und das ist natürlich nicht immer ganz so schön und so einfach.

00:11:10: Und auch im Kundendienst ist natürlich das Problem, dass wir von Kunde zu Kunde fahren.

00:11:14: Das heißt, auch dort haben wir nicht viele Möglichkeiten.

00:11:16: Und ich sage mal, als Frau ist es immer etwas schwierig, wenn man keine Möglichkeiten hat, auf die Toilette zu gehen.

00:11:22: Und das ist etwas, wo ich sage, ja, da habe ich mich auch erst mal reinfinden müssen.

00:11:26: Okay, und wie löst du das jetzt?

00:11:28: Also bei uns ist es so, dass bei allen Großhändlern, bei denen wir Material beziehen, immer Toiletten vor Ort sind.

00:11:34: Das heißt, in diesen Apo-Lagern.

00:11:36: Und dann muss man das einfach mit einplanen und sagen, ey, wenn wir an der Mittagspause sowieso noch Rohr brauchen, weil uns das leer ist, dann fahre ich mit, kann dort auf Toilette gehen.

00:11:44: oder natürlich dann, man kann jederzeit zurück in die Firma fahren.

00:11:47: Wir arbeiten nur bei uns im Umkreis.

00:11:49: Das heißt, wir sind nicht weiter weg als zwanzig, dreißig Minuten im Auto entfernt und im Notfall fährt man einfach zurück zur Firma.

00:11:55: oder fragt auch ganz, ganz lieb beim Kunden.

00:11:58: Auch das habe ich schon gemacht im Notfall.

00:11:59: Die meisten sind da total offen und sagen, das ist kein Problem.

00:12:03: Ach, na wunderbar, es gibt eine Lösung.

00:12:06: Du arbeitest jetzt als Projektleiterin im Familienbetrieb, hattest du gesagt.

00:12:11: Wie sieht dein Alltag dort aus?

00:12:14: Aktuell.

00:12:15: sieht mein Alltag so aus, dass ich im Prinzip die Baustellen oder die Einsätze beim Kunden quasi abwickele.

00:12:21: Das heißt, von dem ersten Anruf bis hin zum Vororttermin, einer Beratung mit dem Kunden, der anschließenden Angebotserstellung bis hin zum Auftrag.

00:12:32: Das heißt, ich plane Personal ein, überlege, wie viele... Person brauche ich, wie lang ist die Arbeit, muss die ausgeführt werden, bis hin dann zur Materialbeschaffung, technische Planung.

00:12:43: Das heißt, ich muss schauen, welche Pumpen machen, sind technische Auslegungen, wie groß muss der Speicher sein,

00:12:48: etc.,

00:12:49: bis hin dann eben auch mit den Monteuren vor Ort, Begehung, Erklärung und so weiter.

00:12:57: Noch mal Gedankensprung.

00:12:58: Was würdest du dir von der Branche wünschen, damit mehr Frauen den Weg ins Handwerk finden?

00:13:04: Ich glaube mehr Akzeptanz und auch mehr Wertschätzung bzw.

00:13:09: einfach auch mehr Normalität.

00:13:11: Man ist als Frau einfach noch die Seltenheit.

00:13:14: Wir hatten es vorhin, hatte ich es mit einer Kollegin auch darüber, wir wollen gar nicht auf ein Podest gestellt werden.

00:13:19: Und gar nicht, dass es heißt, wow, eine Frau im Handwerk, das ist ja total was Besonderes.

00:13:25: Das soll es gar nicht sein, sondern wir wollen auch behandelt werden wie alle anderen auch.

00:13:30: Und ich glaube, darum geht es uns eher.

00:13:32: Wir wollen gar keine irgendwelche Extrawünsche, sondern wir wollen letztendlich Gleichberechtigung.

00:13:38: Und dass es nicht immer der Fall ist und dass es letztendlich auch Unterschiede gibt, das ist auch in Ordnung und das darf auch so bleiben.

00:13:44: Aber einfach mehr Wertschätzung und auch letztendlich beim Kunden, dass man eben sich nicht erst mal erklären muss, warum man heute als Frau für die Heizungswartung da ist, sondern dass das völlige Normalität ist.

00:13:54: Völlig egal, wer vor der Tür steht, Hauptsache derjenige hat das Fachwissen und weiß die Wartung zu machen.

00:14:01: Und wie kann man junge Menschen generell als auch Männer fürs Handwerk begeistern?

00:14:06: So vielfältig ist und einem so viele Türen öffnen kann.

00:14:10: Mit einer Ausbildung im Handwerksberuf legt man einen super Grundstein für seine spätere Bildung und man kann damit so unglaublich viel machen, sei es Wie gesagt, den Meister draufzusetzen oder auch ein Technikertitel draufzusetzen oder bei einem Hersteller zu arbeiten oder den Außendienst zu gehen oder am Ende in der Berufsschule den Technikunterricht zu geben, wie auch immer.

00:14:31: Also ich glaube, wir haben so viel Möglichkeiten im Handwerk.

00:14:34: Es muss nicht vierzig Jahre die Baustelle sein, dass dieses Bild ist schon lange überholt.

00:14:39: Und ich glaube, das ist das, was man den jungen Menschen mitgeben muss.

00:14:42: Hey, Handwerk ist vielfältig.

00:14:44: Ihr könnt so viel machen.

00:14:45: Das wird immer technischer, wird digitaler unser Handwerk.

00:14:48: Ich glaube, das muss man einfach den Leuten mitgeben, dass sich das Handwerk total gewandelt hat.

00:14:54: Genau.

00:14:54: Und das braucht die Berufswelt, um auch Frauen stärker anzusprechen.

00:14:58: Das ist ganz klar.

00:15:00: Wenn du eine Jungfrau, die gerade überlegt, ins Handwerk zu gehen, einen Satz mitgeben könntest, welcher wäre das?

00:15:07: Ich glaube, ich würde sagen traurig, du machst deinen Job so gut.

00:15:10: Ich finde es klasse, was du machst, haltet durch.

00:15:13: Ich weiß, es ist nicht immer einfach, aber allein den Mut zu haben, so eine Ausbildung zu beginnen und in einen Handwerksberuf zu gehen, der so Männer dominiert ist.

00:15:22: Ich glaube, allein das verdient Respekt und von daher klasse, dass du das machst und haltet durch.

00:15:29: Und wenn du zurückblickst, was hättest du deinem zwanzigjährigen Ich gerne gesagt?

00:15:36: macht direkt eine Ausbildung.

00:15:39: Also, das ist tatsächlich, was ich im Narinein vielleicht mir so denke.

00:15:44: Auf der anderen Seite hat mir das Studium auch super viel beigebracht und ich möchte es nicht missen und es war mein Weg und ich würde ihn auch wahrscheinlich wieder so gehen.

00:15:51: Aber trotzdem ist, glaube ich, grad nach einem Abitur so dieser typische Werdegang, na ja, man muss ja studieren und ich glaube, da war ich auch etwas... geblendet sage ich jetzt mal.

00:16:02: Ich habe mich gar nicht damit auseinandergesetzt, ob eine Ausbildung vielleicht doch das richtige wäre, weil ich hatte ein Super-Abi und dachte mir naja klar, auf jeden Fall wirds das Studium und im Nachhinein glaube ich, würde ich meinem zwanzigjährigen ich nochmal sagen, hey, mach doch direkt die Ausbildung, das wird auch mega cool.

00:16:18: Was bedeutet für dich ganz persönlich Erfolg?

00:16:21: Und das, was die Gesellschaft erwartet, gar nicht nach Noten gemessen, gar nicht nach Gehalt oder irgendwelchen Rankings gemessen, sondern man hat ja, glaube ich, für sich selber irgendwie ein Ziel, das man erreichen möchte.

00:16:34: Und ich glaube, wenn man sich was in den Kopf setzt und sagt, nein, ich mache jetzt die Ausbildung und als ich die dann abgeschlossen hatte, auch wenn es viele auf und abs gab und natürlich auch viele schwierige Phasen, wo ich mir dachte, warum sitze ich nicht in der Uni, da wäre es jetzt viel wärmer und bequemer, dann das doch durchzuziehen.

00:16:50: erreichen.

00:16:51: und wenn man dann selber auf sich verdammt stolz ist, dann ist das für mich Erfolg, ja.

00:16:56: Antonella zum Abschluss.

00:16:58: Was ist anstrengender, ein Bar zu sanieren oder zu unterrichten?

00:17:02: Gute Frage.

00:17:04: Also ich glaube körperlich dann tatsächlich doch der Bartumbau.

00:17:07: Das ist immer nicht ganz so eine einfache Arbeit.

00:17:10: Aber ich glaube eine Klasse unterrichten ist auch nicht zu unterschätzen.

00:17:14: Und ich glaube im Endeffekt auch gerade mental ist das vielleicht dann doch was einen mehr fordert.

00:17:19: Und ich sag mal so auf der Baustelle, wenn wir unser Projekt machen und wir unsere Ruhe da haben, dann wird vielleicht ein bisschen Radio angemacht.

00:17:26: Jeder schafft vor sich hin.

00:17:27: Und das ist auch total entspannend.

00:17:29: Und am Ende vom Tag sehen wir, was wir gemacht haben.

00:17:31: Und das ist wirklich super schön.

00:17:33: Danke, Antonella, für deine Offenheit und alles, was du hier mit uns geteilt hast.

00:17:38: Vielen Dank, dass ich da sein durfte.

00:17:40: Und wer jetzt noch mehr über dich erfahren möchte, schaut unbedingt auf Instagram die Installatüren.

00:17:48: Das war Frauen im Handwerk.

00:17:50: Ich bin Katrin Drogatz-Kremer, Redakteurin der SPZ, das ESSERK-Magazin.

00:17:55: Danke für's Zuhören und bis zur nächsten Folge.

00:17:58: Frauen im Handwerk ist ein unabhängiger und überparteilicher Podcast für das SRK-Handwerk.

00:18:04: Mehr zu SPZ und zu unseren Angeboten wie Newsletter und Magazin findet ihr unter www.sbz-online.de.

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